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Recht / Zivilrecht 
Mittwoch, 01.09.2021

Vorfahrtsregeln gelten auch bei Stau

Wer während eines Staus auf eine Autobahn auffährt, muss die Vorfahrt des dort fließenden Verkehrs beachten. Anderenfalls kann er nach einer Kollision überwiegend haften müssen. Das entschied das Oberlandesgericht Celle (Az. 14 U 186/20).

Auf einer zweispurigen Autobahn war der Verkehr auf der rechten Spur zum Erliegen gekommen. Links lief er noch im Stop-and-go-Verkehr. Von der Einfädelspur wollte nun ein Mann mit seinem Pkw auf die Autobahn wechseln und stieß dabei mit einem Lastwagen auf der rechten Spur zusammen. Der Pkw-Fahrer verlangte vollen Schadensersatz. Seiner Ansicht nach hätte der Lkw-Fahrer bei stillstehendem Verkehr kein Vorfahrtsrecht mehr gehabt. Der Lkw-Fahrer gab an, dass der Verkehr immer wieder, wenn auch langsam rollte und er den Unfall wegen des Einfahrens von der Einfädelspur nicht verhindern konnte.

Das Gericht entschied, dass der Pkw-Fahrer zu 75 Prozent haften musste, denn das Vorfahrtsrecht bleibe auch bei stockendem Verkehr und Stillstand bestehen. Der Begriff „Vorfahrt“ sei nicht an das eigentliche Fahren gebunden, sondern als ein Vorrecht zur Fahrt zu begreifen. Der Lkw-Fahrer müsse jedoch zu einem Viertel haften. Trotz seines Vorrangs hätte er sich immer vergewissern müssen, dass vor ihm kein Fahrzeug eingefahren war. Denn weil er sich neben der Einfädelspur befand, hätte er damit rechnen müssen, dass noch weitere Fahrzeuge auf die Autobahn wollten.

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