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Recht / Zivilrecht 
Freitag, 03.09.2021

Eingeschränktes Speiseangebot am Urlaubsort wegen Einschränkungen aufgrund Virus-Pandemie - Keine Reisepreisminderung

Wenn es am Urlaubsort zu einem eingeschränkten Speiseangebot wegen Einschränkungen im Zusammenhang mit einer Virus-Pandemie kommt, begründet dies keinen Anspruch auf Reisepreisminderung. Es liegt insofern ein hinzunehmendes allgemeines Lebensrisiko vor. Das entschied das Amtsgericht Hannover (Az. 552 C 7861/20).

Eine Frau hatte für sich und ihren Lebensgefährten im Februar 2020 eine Pauschalreise nach Mexiko für März 2020 gebucht. Mit der Behauptung, am Urlaubsort seien nicht alle sechs Restaurants geöffnet und das Buffetangebot sei eingeschränkt gewesen, beanspruchte die Urlauberin nachfolgend die Minderung des Reisepreises. Das eingeschränkte Speiseangebot hatte seinen Grund in der sich ausbreitenden Corona-Pandemie. Die Urlauberin erhob schließlich Klage gegen die Reiseveranstalterin.

Das Gericht wies die Klage ab. Der Klägerin stehe wegen der nicht geöffneten Restaurants und der geringen Buffetauswahl kein Anspruch auf Reisepreisminderung nach § 651m BGB zu. Die durch die Corona-Pandemie bedingten Einschränkungen gehörten zum allgemeinen Lebensrisiko, die hinzunehmen seien. Bei der Corona-Pandemie handele es sich nicht um eine reisespezifische Gefahr. Dies gelte vor allem in Anbetracht dessen, dass die Reise zu Beginn der Pandemie war. Die Pandemiesituation sei für alle Beteiligten neu und überfordernd gewesen. Nicht außer Betracht bleiben dürfe zudem, dass die Reiseveranstalterin um Aufrechterhaltung des Betriebsablaufs bemüht war.

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